Aufruf der Tourismuswirtschaft im Unterharz
Das Selketal stellt auch für die
Tourismuswirtschaft mit seiner seltenen Pflanzen- und Tierwelt und der
geografischen Lage mit seiner über 1000 jährigen historischen Geschichte an
Burgen und Schlössern eine nicht wiederbringliche Einzigartigkeit im Herzen
Europas dar.
Die Tourismuswirtschaft Harz, will sie eine reelle Chance als Destination
gegenüber anderen Highlights in Deutschland behalten, muss alles unternehmen, um
ein Anstauen und damit die Zerstörung und Sperrung des einzigartigen
Naturschutzgebietes zu verhindern.
Regionen wie Meisdorf, mit ihren bereits immens getätigten Investitionen, würden
ihre Wirtschaftlichkeit aufs Spiel setzen, falls es den Protagonisten gelingen
würde, das untere Selketal zu stauen.
Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland wenige Regionen, wo sich die
Industrieansiedlungen und die Tourismuswirtschaft so positiv miteinander
vertragen wie hier.
Hier liegen noch Zukunftschancen, die es umzusetzen gilt. Längst haben die
Regionen erkannt, welche Synergien zwischen beiden Wirtschaftszweigen liegen und
noch umzusetzen möglich sind.
Der Wunsch nach Sicherheit bei einigen Kommunen im Vorharz ist verständlich,
steht aber aufgrund der tatsächlichen Entwicklung des Hochwassers aus dem
Selketal in der Vergangenheit in keinem Verhältnis zu den in der Zukunft zu
erwartenden Schäden, welche sich aus einem vorschnellen Handeln bezüglich eines
Anstaubeckens im Naturschutzgebiet Selketal in der gerade aufblühenden
Tourismuswirtschaft abzeichnen.
Die Tourismuswirtschaft Deutschlands boomt selbst in Zeiten innerer Rezession,
jedoch nur dort, wo sich eine Infrastruktur mit Destinationsmanagement
entwickeln kann. Mit 5,2 Mio. Arbeitsplätzen und 250 Mrd. Euro
Jahresgesamtumsatz sowie einem 10fachen Zuwachs seit 1970 und einem Anteil von
15% am BIP stellt die Freizeitwirtschaft in der BRD einen nicht zu
unterschätzenden Faktor der Gesamtwirtschaft dar.
Der Harz wird dabei einen bedeutenden Platz in der Zukunft einnehmen.
Eine Zerstörung des Naturschutzgebietes Selketal wird verheerende
Negativsynergien im Bereich der Tourismuswirtschaft bis hin zur sich gerade
entwickelnden HSB im Selketal mit ihrer jüngst 20%-igen Umsatzsteigerung
gegenüber den z.Z. stagnierenden Brockenfahrten auslösen.
Die Chancen auf neue Arbeitsplätze werden deswegen in erster Linie in der
Tourismuswirtschaft gesehen. Im Umkreis von 250 km leben über 8 Mio. Menschen,
deren Bedürfnisse nach Erholung und Entspannung in immer kürzeren Intervallen
stetig steigen.
Vergeben wir diese Chance nicht, indem wir sorgfältig prüfen und abwägen, was
der Entwicklung des sich ohnehin gegenüber dem Oberharz langsamer entwickelnden
Unterharzes in der Tourismuswirtschaft zu Gute kommt.
| Bianka Kachel, MdL | Erich Wiemann |
| Vorstandsvorsitzende | Stellv. Vorsitzender des Harzer Förderkreises |
| Harzer Förderkreis e.V. | und Hotelier im Selketal sowie |
| zukünftiger Investor eines Großprojektes Wellness im Selketal |