Stellungnahme des Harzklub zum Hochwasserschutz im Selketal
(Jahreshauptversammlung am 10. Mai 2003)

1. Der Schutz des Menschen und seiner Umwelt vor einem Jahrhunderthochwasser wird vom Harzklub generell unterstützt.

2. Die vorhandenen Retentionsräume sind zu erhalten und möglichst zu vergrößern.

3. Die Überschwemmungsgebiete entlang der Selke und ihrer Nebenbäche sind kurzfristig gesetzlich auszuweisen, um diese von Bauten und Anlagen, die durch Hochwasser geschädigt werden können, freizuhalten.

4. Hochwasserschutz beginnt nicht erst im Unterlauf der Selke, sondern bereits im Oberlauf unter Einbeziehung der Nebenbäche. Daher sind alle geeigneten Speichermöglichkeiten oberhalb von Meisdorf zu ertüchtigen bzw. neue Möglichkeiten unter Beachtung naturschutzrechtlicher Belange zu schaffen. Insofern wird begrüßt, dass kurzfristig die Bewirtschaftung der Teiche zu Gunsten des Hochwasserschutzes verändert wurde bzw. wird.

5. Der Harzklub sieht wirkungsvolle Hochwasserschutzmaßnahmen bereits in der Schaffung zusätzlicher Rückhaltemöglichkeiten in Strassberg, im Uhlenbachtal und im Schiebeckstal.

6. Bei allen Hochwasserschutzüberlegungen ist dringend auf eine notwendige Verbesserung der Abflusssituation in den Ortschaften und Brücken zu verweisen.

7. Der Harzklub ist auch nach Vorliegen des Hochwasseraktionsplanes in Abwägung mit den erforderlichen naturräumlichen Eingriffen nicht davon überzeugt, dass der Rückhaltedamm in Meisdorf zwingend für einen Hochwasserschutz erforderlich ist und wird das weitere Verfahren kritisch aber konstruktiv begleiten. Speziell erwartet der Harzklub, dass unabhängig von den bereits aufgeführten Punkten die einzelnen Varianten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und ihres naturräumlichen Eingriffs nochmals einer sorgfältigen Wertung unterzogen werden.