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4. Hochwasserschutz ohne Damm – die Alternativen |
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In den Planungen
verworfene Variante |
Die
Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Flächen ist mit dem
geringeren "Verbrauch" von sehr wertvollen Flächen im
Naturschutzgebiet nicht aufrechenbar. Diese Variante muß weiter untersucht werden, denn mit ihr ist der Bau des Dammes bei Meisdorf nicht erforderlich! |
Zusätzlich fordern wir:
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Die
Landesregierung beabsichtigt, den Bau des HRB bei Meisdorf im
Zuge eines Planfeststellungsverfahrens zu realisieren. In
einem solchen Verfahren wird nur der Standort selbst auf seine
Umweltverträglichkeit überprüft. |
Wir fordern die
Durchführung eines Raumordnungsverfahrens. |
| siehe auch: Anfrage Kachel an Reg. LSA, Unsere Forderungen, Stellungnahme Harzklub v. 20.05.03, Vorträge T2 Der Harz 11/02 Werner | |
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Für diesen
besseren Hochwasserschutz setzen wir uns ein. |
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| Planungen und Baumaßnahmen |
| 1 | In das System des Hochwasserrückhalts sind alle geeigneten Teiche im Harz, die bisher nicht berücksichtigt wurden, einzubeziehen. |
| 2 | Ein Hochwasserrückhaltebecken bei Straßberg wird als Kompromiß seitens des Naturschutzes toleriert, obwohl auch hier ein wichtiges Naturschutzgebiet zerstört wird. Aber mit diesem und den übrigen hier aufgeführten Maßnahmen ist ein ausreichender Hochwasserschutz zu erreichen. |
| 3 | Das Uhlenbachtal hat ein relativ großes Einzugsgebiet. Es eignet sich daher, auch wegen einer geringeren Naturausstattung, sehr gut für den Bau eines weiteren HRB oberhalb der Lösungsstollen für Grubenabwässer bis zur B 242. |
| 4 | Viele Brücken in den Orten weisen zu geringe Querschnitte auf und sind mit größerem Querschnitt zu erneuern, damit der Durchfluß durch die Orte schneller ermöglicht wird. Statt dessen wurde die bei dem Hochwasser 1994 zerstörte Straßenbrücke in Silberhütte mit zu geringem Querschnitt konstruiert und muß neu gebaut werden. |
| 5 | Die Straße vor der Langen Wiese oberhalb des ehemaligen Schwimmbades Meisdorf kann erhöht werden (Brücke als Wehr ausgebildet) und damit eine Retentionsfläche (geplante Überschwemmungsfläche) geschaffen werden, die bis zur Jugendherberge reicht. |
| 6 | Ehemalige Retentionsflächen sind wiederherzustellen. Offensichtlich war die Ebene zwischen Meisdorf und Ermsleben eine solche. Durch den Ausbau des Eisenbahndammes vor Ermsleben kann hier eine Retentionsfläche geschaffen werden. |
| 7 | Alte Wasserläufe (Mühlgräben) und Wehre in den Orten und unterhalb sind wiederherzustellen. |
| 8 | Bei dem Hochwasser 1994 ist die Selke sowohl durch Reinstedt als auch in einem ehemaligen Flußbett um den Ort herum geflossen. Dieses ist wiederherzustellen und durch Regulierungseinrichtungen vor dem Ort zu gewährleisten, daß das Hochwasser den Ort umfließen kann. |
| 9 | Ein Hochwasserrückhaltebecken vor Hoym, das die Getel aufstaut, kann die Wassermassen aus dem Bereich Ballenstedt zurückhalten. |
| 10 | Zwischen Hoym und Gatersleben überquert die neue Straße B6n die Selkeaue. Dieser Damm kann so gebaut werden, daß er ein HRB (siehe Karte) bildet, das so zu dimensionieren ist, daß es Hoym nicht beeinträchtigt. Das in diesem Bereich befindliche Klärwerk kann als Einzelobjekt geschützt werden. |
| 11 | Der aus der ehemaligen Braunkohlegrube entstehende Concordia See zwischen Nachterstedt und Schadeleben, ca 2,5 km von der Selke entfernt, ist in das Hochwasserkonzept einzubeziehen. |
| 12 | Gatersleben kann durch einen westlichen Umflutkanal geschützt werden. |
| 13 | Die Ufer in den Orten der Selkeaue sollen ausgebaut oder in naturnaher Bauweise erhöht werden. |
| 14 | Nach Aussage des LHW ist mit den Maßnahmen 2, 4 und 16 in den Orten bis einschließlich Mägdesprung (bis zum vierten Hammer) der Schutz vor einem HQ 100 gewährleistet. In dem folgenden relativ kleinen Einzugsgebiet kann nicht so viel Wasser zusammen kommen, daß vor Meisdorf ein HRB gerechtfertigt ist. |
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Nicht nur die Selke, sondern auch
die Seitenbäche haben 1994 Zerstörungen angerichtet. Z. B. ist
in Meisdorf das einzige zerstörte Haus von den
Wassermassen des Petersberger Baches eingerissen worden. Bei der Planung von Hochwasserschutzmaßnahmen sind diese Fakten zu berücksichtigen. |
| administrative Vorsorgemaßnahmen | |
| 16 | In den Orten Güntersberge, Straßberg, Silberhütte und Alexisbad sind die Ufer zu regulieren. |
| 17 | Auf Neubauten ist in hochwassergefährdeten Bereichen zu verzichten oder die Bauten sind so zu konstruieren, daß Hochwasser keinen Schaden anrichten kann. Das trifft auch für die Sanierung von Gebäuden und baulichen Anlagen zu. |
| 18 | Auch der Rückbau von baulichen Anlagen ist unter Umständen erforderlich. |
| 19 | Die Versicherungen sind zu veranlassen, den Bürgern bezahlbare Policen gegen Hochwasser anzubieten. |
| 20 | Die Bürger sind über ihre individuellen Möglichkeiten des Schutzes vor einem Hochwasser aufzuklären. Das wären u.a. gesicherte Elektro-Installation, Aufstellung von Öltanks oder Umstellung auf ein anderes Heizmedium, Abdichtung von Haus- und Kelleröffnungen. |
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Mit dem HRB
Straßberg, aber ohne das HRB Meisdorf wird mit den übrigen,
schon von der Landesregierung geplanten Maßnahmen ein Hochwasser
HQ 100 in den Orten der Selkeaue auf ein HQ 50 reduziert. Mit
unseren Vorschlägen kann dessen schadlose Durchleitung durch die
Orte erreicht werden. |
| Katastrophenschutzmaßnahmen | |
| 22 | Allen Interessierten sind detaillierte und professionelle Überschwemmungs- und Hochwasserrisiko-Karten zugänglich zu machen - in den Orten auszulegen, die die Ausdehnung und die zu erwartenden Höhen von Hochwasserereignissen zeigen. |
| 23 | Die Katastrophenschutzplanung ist zu vervollkommnen. Die Einsatzkräfte müssen ihre Aufgaben kennen, rechtzeitig informiert werden und die Bevölkerung warnen. |
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Die Feuerwehren sind als
Wasserwehren auszubilden und mit mobilen
Hochwasserschutz-Systemen auszurüsten. Es gibt wesentlich effektivere Schutzmittel als Sandsäcke – z.B. Aqua-Barrier, Quick-Deich, Quick Bags u.a. |
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Daher fordern wir
von der Landesregierung: |
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