2. Hochwasser im Selketal
2.1 Ereignisse und Ursachen

Im April 1994 herrschte in unserem Raum eine ganz außergewöhnliche Wetterlage. Während der Unterharz und das nördliche Harzvorland normalerweise im Regenschatten des Harzes liegen, führten an diesen Tagen sehr ergiebige Regenwolken aus nördlicher Richtung heran, die hier von den späten Abendstunden des 12. April bis zum Morgen des 13. April mit einer Ergiebigkeit von 80 l/m² abregneten. Der außergewöhnlich starke und anhaltende Regen traf auf gefrorenen Boden, so daß die Abflußrate sehr hoch war. Die Selke und ihre Bäche traten über die Ufer.
Nach der Einschätzung von Fachleuten wird dieses Hochwasser mit der Größenordnung HQ 200
/Hochwasserquotient Anzahl von Jahren/ bewertet. Das bedeutet, daß ein Hochwasser dieser Stärke mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von 200 Jahren wieder auftreten kann.



   
2.2 Schäden

Bei dem Hochwasser 1994 waren glücklicherweise keine Personenschäden zu verzeichnen !
Die Sachschäden waren allerdings beträchtlich.
Insbesondere in Silberhütte und Alexisbad zerstörten die schnell fließenden Wassermassen den Industriebetrieb Rinkemühle, Straßen, die Hotels, und die Geleise der Harzer Schmalspurbahn.
In der Selkeaue beschädigte das Hochwasser einige Wohnhäuser in den Orten, aber besonders die Wassermühle in Meisdorf. Ein Gebäudeteil mußte abgebrochen werden. Trotzdem sieht Herr Bischof als Eigentümer und Betreiber der Mühle in dem geplanten Damm eine zusätzliche Gefahr und keinen Schutz.
Besonders leichtfertig ist es, daß in den 1994 überschwemmten Gebieten seit dem neu gebaut wurde.