Aktuelles

                  Selke-Hochwasserschutz für 2010 jetzt schon versäumt ?
                         Leserbrief vom 9.01.2010 an die Mitteldeutsche Zeitung, Volksstimme und Wochenspiegel
2009 hatten wir einen außergewöhnlich regenreichen Herbst, die Böden im gesamten Einzugsgebiet der Selke sind gesättigt. Schneefälle im Januar / Februar und die darauf folgende Schneeschmelze mit Niederschlägen im März und April lassen für 2010 mit hoher Wahrscheinlichkeit Frühjahrshochwasser voraussagen.

Mittlere und größere Selke-Hochwasser können durch gezieltes Hochwassermanagement im Oberlauf verhindert werden, indem einige der über 20 Teiche im Harz auch im jetzigen Zustand sinnvoll für den Hochwasserschutz genutzt werden. Diese Nutzungsmöglichkeit ist dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalts bekannt, im Hochwasseraktionsplan Selke werden solche Möglichkeiten genannt.

Aber schauen wir uns die Teiche und Talsperren im Harz an, so sind sie zur Zeit randvoll mit Wasser gefüllt. Eine Aufnahme von größeren Wassermengen ist unmöglich, die große Chance, den Unterlauf vor Frühjahrshochwasser zu schützen, ist wieder einmal vertan.
Stattdessen konzentriert sich die Landesregierung auf die Planung des Baus der zwei großen Rückhaltebecken bei Strassberg und Meisdorf.

Derzeit randgefüllte Teiche im Oberlauf lassen vermuten, dass Hochwasserschutz weder gewollt noch erstrebenswert ist. Dabei sollte sinnvoller, vorausschauender und gut machbarer Hochwasserschutz jedes Jahr geschehen. Glauben die Planer der Rückhaltebecken, dass ein Frühjahrshochwasser 2010 im Unterlauf der Selke der Bevölkerung den Millionen-Bau plausibel machen wird, wenn einfachste Vorsorgemaßnahmen vernachlässigt werden? Sie sollten sich jetzt um Hochwasserschutz bemühen und nicht die sehr guten, vorausblickenden und nachhaltigen Argumente der Bürgerinitiative für naturnahen Hochwasserschutz Selke vom Tisch fegen.

Schließlich waren die alternativen Lösungen vor vielen Jahren schon einmal Bestandteil der ersten Hochwasserschutz-Planungen des Landes.
                  A. Westermann      
                        ( veröffentlicht bisher im WoSp ASL)


Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt hatte aufgerufen zu
               
Stellungnahmen zum Landesentwicklungsplan.
In diesem Plan werden als Vorranggebiete für Hochwasserschutz die Stauflächen von vorhandenen und geplanten Hochwasserrückhaltebecken festgelegt - also auch von Meisdorf.

Im Widerspruch dazu steht in diesem Plan:
"Ziel ist die Wiederherstellung einer ökologischen Durchgängigkeit für die Arten der Fließgewässer sowie der Erhalt seltener und gefährdeter Lebensräume und deren Pflanzen- und Tierarten. Zu diesen Fließgewässern gehören .. Selke ....."
"Im Bereich der Selke sind das unverbaute natürliche Mittelgebirgsflußsystem einschließlich der Zuflüsse, die an z.T. steilen Felshängen stockenden Laubwälder sowie die wertvollen naturnahen Auen-, Hang- und Plateauwälder aller Altersstadien mit den entsprechenden charakteristischen Tier- und Pflanzenarten zu schützen."
Die Bürgerinitiative hat eine Stellungnahme abgegeben, die auf diesen Widerspruch hinweist.
              Der Bau der Hochwasserrückhaltebecken im Selketal
                       ist mit den geltenden Gesetzen unvereinbar.

Deshalb müssen die Alternativen umgesetzt werden.


     Meisdorfer dringen auf den Hochwasserschutz
Der Ortschaftsrat übt Kritik am Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Seit 15 Jahren - dem Hochwasser 1994 - hat man nichts anderes gemacht, als zwei Hochwasserrückhaltebecken zu planen. Alle Alternativen wurden ignoriert. Statt eines großen HRB hätten viele kleine Maßnahmen, auch für Meisdorf, effektiveren Schutz gewährt und hätten längst fertig sein können.

                 Wann werden die Gemeinden im Selketal und in der Selkeaue
                 Schutz vor Hochwasser haben?

Eine realistische Zeitplanung sieht etwa so aus :  
Hochwasser der Selke und Bode am 13. April   1994
Planungsstudie "Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Selke" 1999
Hochwasseraktionsplan Selke des LHW 2002
Planung des HRB Meisdorf ab  2006
Voraussichtliche Eröffnung des Planfeststellungsplans für das HRB Meisdorf ab 2010
Abschluß des Planfeststellungsverfahrens
        daraufhin Klage gegen die Standorte Straßberg und Meisdorf
        wegen eklatanter Verstöße gegen Naturschutzrecht
2012
Abschluß des Klageverfahrens mit voraussichtlichem Urteil:      HRB Meisdorf wird verworfen. 2015
       daraufhin Suche nach anderen Lösungen bis 2017
Planungen der gefundenen Lösungen bis  2019
Abschluß der Planfeststellungsverfahren der neuen Lösungen 2021
Ausführungsplanungen und Ausschreibungen bis 2023
Bau der neuen Lösungen bis 2025

Es ist eine landläufige Meinung, daß die Naturschützer alles verhindern. - Sie haben und konnten nichts verhindern; sie haben aber alternative Vorschläge gemacht. Ein Gericht wird zwar in der Regel auf Grund einer Klage tätig, entscheidet aber nach geltendem Recht. Und wenn mit  einem Planungsvorhaben wie hier Naturschutzrecht massiv verletzt wird, ist so zu entscheiden.

Der LHW hat aus dem Hochwasser 1994 nur die Schlußfolgerung gezogen :
           
"Das Kernstück für den HW-Schutz im Selkegebiet ist die Schaffung von
             Voraussetzungen zum Rückhalt von Wasser durch den Bau der RHB Straßberg und
             Meisdorf. Die ökonomischen bzw. ökologischen Parameter stellen hier ein Optimum dar."

Die zuletzt genannte Behauptung musste vom LHW bereits öffentlich zurückgenommen werden!

Der LHW wird mit der Planung der beiden HRB die Verantwortung übernehmen müssen, daß von 1994 bis jetzt ein Ziel verfolgt wird, das die Gesetze verletzt, und daß es dann 10 weitere Jahre dauern wird, bis es effektiven Hochwasserschutz an der Selke gibt, wenn der LHW keine Einsicht zeigt.
 



 
Foto: Neumann

Die Unterschriften übergaben wir dem Minister
Dr. Hermann Onko Aeikens
am 28. Oktober 2009.

In dem Gespräch mit dem Minister am 18. November konnten wir unsere Argumente vorbringen. Der Minister meinte, zu den in Kürze anlaufenden Planfeststellungsverfahren für die Hochwasserrückhaltebecken könne man Vertrauen haben. Er rechnet aber damit, daß nach deren Abschluß seitens der Naturschutzverbände dagegen geklagt werden wird.

Am Ostermontag, dem 13. April 2009 veranstalteten wir eine Demo
an der Stelle im Selketal bei Meisdorf,
wo nach dem Willen der Landesregierung  der Damm gebaut werden soll.

Vor genau 15 Jahren war das extreme Hochwasser an Selke und Bode.
Das Land hat kaum mehr gemacht, als eine Konzeption erarbeiten zu lassen, die vorrangig den Bau von Hochwasserrückhaltebecken im Selketal oberhalb von Straßberg und Meisdorf vorsieht. Der Naturschutz und die seit Jahren vorgeschlagenen alternativen Möglichkeiten wurden ignoriert.
Das Becken oberhalb von Meisdorf, direkt unter der Burg Falkenstein, mit einer geplanten Dammhöhe von 15 Metern - auch mit "grünem" Damm - würde die Natur und den Charakter des Selketals zerstören.

Das Planungs-Verfahren ist noch offen.
Deshalb können wir mit unserem Protest erreichen, dass Hochwasserschutz und Naturschutz vereinbar bleiben -
zum Wohl und für die weitere Entwicklung unserer Region.


Schließen Sie sich
unserem Protest an !

Zu der Demonstration riefen auf :

Bügerinitiative Naturnaher Hochwasserschutz Selke, NABU Landkreis Harz, Harzklub Zweigvereine Harzgerode und Ballenstedt, Bund für Natur und Umwelt / IG Ornithologie und Naturschutz Quedlinburg, Wildfisch- und Gewässerschutz e.V. Wernigerode, Angelsportverein Unterharz e.V., Angel- und Castingverein Ermsleben e.V., Gaterslebener Bürgerinitiative “Hochwasser aussperren statt einsperren”, Fremdenverkehrsverein Meisdorf, Bürgerverein Unterharz e.V., Wassernetz Sachsen-Anhalt, Arbeitskreis Bürger für Ballenstedt, Arbeitskreis Hallesche Auenwäl-der zu Halle/Saale e.V., Bündnis 90-Grüne, Hotel Thalmühle
Mindestens 800 Telnehmer bekundeten mit uns die Überzeugung, daß ein Damm unnötig ist und das Selketal zerstören würde.
Die Mitteldeutsche Zeitung schrieb dazu am 15. April 2009:
Auf der Internetseite   
http://olven-fotopoint.startbilder.de/name/galerie/
kategorie/Sachsen-Anhalt~Selketal~Osterdemo.html
finden Sie einige Bilder von der Demo.

Die Bürgerinitiative dankt allen, die sich an der Finanzierung, der Vorbereitung und Durchführung der Demo beteiligt haben, insbesondere
Frau Undine Kurth, den Bündnis 90/Grünen und
Frau Grit Kühne, die uns das Gelände Ihres Hotels Thalmühle zur Verfügung gestellt hatte.
 www.hotel-thalmuehle.de


Der Bürgermeister der Stadt Harzgerode schrieb einen Brief an den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, der in der Mitteldeutschen Zeitung am 5. Mai 2009 veröffentlicht wurde.


Die Ballenstedter Malerin Barbara Kirchner-Babinecz
möchte ihr Bild "Selketal"
Öl auf Leinwand,100 x 80 cm hier zum Kauf anbieten.
zu einem Preis von 2500 € (zuzüglich Verpackung und Porto)
Darin ist der Betrag von 1500 € zugunsten unserer Aktion eine steuerlich absetzbare Spende. Interessenten melden sich bitte auf unserer Protestseite oder einer der im Kontakt/Impressum angegebenen Adressen.