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Wir wollen angemessenen Schutz der Bürger der Selkeaue vor einem Hochwasser
und bemühen uns um den Erhalt des Selketals - als Naturschutz- und
Urlaubsgebiet
Trotz starker Schneefälle im Bereich der
Selke im Dezember 2010 und im Januar 2011 hat es bei
dem anschließenden Tauwetter keine Hochwasserschäden
gegeben.
Am 15. Januar 2011 waren an der Selke die
maximalen Pegel in Silberhütte 20 m³/s, in Meisdorf
23 m³/s und ca. 20 Stunden später in Hausneindorf
33 m³/s. Bisher war unsere Information, daß die
Selke nur 20 m³/s schadlosen Durchfluß ermögliche.
Einzelne lokale Maßnahmen an der Selke haben also
schon eine Verbesserung des Hochwasserschutzes
bewirkt. Unsere Vorschläge würden diesen Trend
weiter führen.
Keinesfalls darf angesichts der großen
Schäden im Bereich der Schwarzen Elster auf die
Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Selke
verzichtet werden. |
Aus unseren Alternativen haben wir
eine Prioritätenliste erarbeitet, die der
Landesregierung und den Bewohnern des Selketals und
der Selkeaue zeigen, daß es möglich ist, auch schon
vor 2018 einen effektiven und leichter machbaren
Hochwasserschutz zu erreichen. Diese
Vorschläge haben wir auch an Minister Dr. Aeikens
geschickt. Dazu ist in der Mitteldeutschen Zeitung
Quedlinburg in der Ausgabe am 16. April ein Artikel
erschienen. |
Im Dezember 2010 hat das
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt
eine
HOCHWASSERSCHUTZKOZEPTION
des Landes
Sachsen-Anhalt bis 2020

herausgegeben. |
Diese Konzeption wurde ohne
Beteiligung der Naturschutzverbände
verabschiedet.
Sie enthält das Selketal betreffend einige
interessante Angaben: |
Für das HRB Straßberg
wurden bisher 1.067 T€ brutto beansprucht.
Der Umsetzungszeitraum ist 2014 - 2016.
Der aktuelle Kostenansatz gesamt ist 21,9 Mio €.
Für das Vorhaben HRB Meisdorf
wurden bisher 917,4 T€ brutto ausgegeben."
Der Umsetzungszeitraum ist 2016 - 2018.
Der aktuelle Kostenansatz gesamt ist 11,5 Mio €.
Für die Harzteiche sind die aktuellen
Kostenansätze für
Kleinmaßnahmen/Unterhaltung 3,0 Mio € je Jahr |
Die Baukosten betragen also zusammen
35, 5 Mio €. Davon sind also nur für
Planung rund 2 Mio € ausgegeben worden.
Aus der Erfahrung mit öffentlichen Bauten wird
es aber sicher teurer.
Im Hochwasseraktionsplan Selke von 2002 werden
die an der Selke erfaßten Schäden mit
53,526 Mio DM = 27,367 Mio € beziffert.Daraus zieht die Konzeption
die Schlußfolgerung : "Allgemein gilt, daß die
Schadenssummen der Hochwasserereignisse 1994 an Wipper und Selke die Baukosten für die HRB im
Harz um ein Vielfaches übersteigen."
-
eine tolle Rechnung !!!! |
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Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan.
Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes
Sachsen-Anhalt hatte aufgerufen zu Stellungnahmen zum
Landesentwicklungsplan. In diesem Plan werden als
Vorranggebiete für Hochwasserschutz die Stauflächen von
vorhandenen und geplanten Hochwasserrückhaltebecken
festgelegt - also auch von Meisdorf.
Im Widerspruch dazu steht in diesem Plan:
"Ziel ist die Wiederherstellung einer ökologischen
Durchgängigkeit für die Arten der Fließgewässer sowie der
Erhalt seltener und gefährdeter Lebensräume und deren
Pflanzen- und Tierarten. Zu diesen Fließgewässern gehören ..
Selke ....."
"Im Bereich der Selke sind das unverbaute natürliche
Mittelgebirgsflußsystem einschließlich der Zuflüsse, die an
z.T. steilen Felshängen stockenden Laubwälder sowie die
wertvollen naturnahen Auen-, Hang- und Plateauwälder aller
Altersstadien mit den entsprechenden charakteristischen
Tier- und Pflanzenarten zu schützen." |
Die
Bürgerinitiative hat
(10. Dez. 2009) eine Stellungnahme abgegeben, die auf
diesen Widerspruch hinweist.

Der Bau der
Hochwasserrückhaltebecken im Selketal ist mit den
geltenden Gesetzen unvereinbar.
Deshalb müssen die Alternativen umgesetzt werden. |
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Meisdorfer dringen auf den Hochwasserschutz
Der Ortschaftsrat übt Kritik am Landesbetrieb für
Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).
(Mitteldeutsche Zeitung vom 20.
Nov. 2009)
Seit 15 Jahren - dem Hochwasser 1994 - hat man nichts
anderes gemacht, als zwei Hochwasserrückhaltebecken zu
planen. Alle Alternativen wurden ignoriert. Statt eines
großen HRB hätten viele kleine Maßnahmen, auch für Meisdorf,
effektiveren Schutz gewährt und hätten längst fertig sein
können.
Wann
werden die Gemeinden im Selketal und in der Selkeaue Schutz
vor Hochwasser haben ?
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Eine realistischer Ablauf sieht z.Z. etwa so aus : |
Jahr |
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Hochwasser der Selke
und Bode am 13. April |
1994 |
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Planungsstudie
"Verbesserung des Hochwasserschutzes an der Selke" |
1999 |
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Hochwasseraktionsplan
Selke des LHW |
2002 |
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Planung des HRB
Meisdorf ab |
2006 |
Angekündigte
Eröffnung des Planfeststellungsplans für das HRB
Meisdorf-
stattdessen beim LVA eingereichte Unterlagen
zurückgezogen |
2010 |
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Überarbeitung der
Unterlagen gem. neuem BNatschG |
2011 |
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Einreichung der
überarbeiteten Unterlagen beim LVA zu PlFstV |
2012 |
Abschluß des
Planfeststellungsverfahrens
daraufhin Klage gegen die Standorte
Straßberg und Meisdorf
wegen eklatanter Verstöße gegen
Naturschutzrecht |
2015 |
| Abschluß des
Klageverfahrens mit voraussichtlichem Urteil:
HRB Meisdorf wird verworfen. |
2017 |
| daraufhin
Suche nach anderen Lösungen bis |
2019 |
| Planungen der
gefundenen Lösungen bis |
2021 |
| Abschluß der
Planfeststellungsverfahren der neuen Lösungen |
2023 |
| Ausführungsplanungen
und Ausschreibungen bis |
2025 |
| Bau der neuen
Lösungen bis |
2027 |
Wenn der
LHW (Landesbetrieb für Hochwasserschutz und
Wasserwirtschaft) weiterhin auf dem
Dammbau besteht, wird er mit der Planung der beiden HRB die
Verantwortung dafür übernehmen müssen, daß von 1994 bis
jetzt ein Ziel verfolgt wird, das die Gesetze verletzt.
Erst langwierige Gerichtsverfahren werden dann einen naturnahen Hochwasserschutz erzwingen.
Die Menschen in den Orten bleiben dann noch weit über das
Jahr 2015 hinaus ohne wirksamen Schutz, wenn der LHW keine
Einsicht zeigt. |
Unter der Überschrift
Hochwasserschutz lässt weiter auf sich warten
hat die Mitteldeutsche Zeitung am 21. Sept.
2010 über eine nichtöffentliche Sitzung des Stadtrates
Harzgerode in Straßberg berichtet, in der der LHW und der
TSB ihre Planungen des Hochwasserschutzes erläuterten. Sie
mußten eingestehen, daß es wohl noch bis 2015 dauern wird,
bis wirklich geeignete Maßnahmen für einen sinnvollen
Hochwasserschutz umgesetzt sind. |
Der LHW hat aus dem Hochwasser 1994 nur die Schlußfolgerung
gezogen :
"Das Kernstück für den
HW-Schutz im Selkegebiet ist die Schaffung von
Voraussetzungen zum Rückhalt von Wasser durch den Bau der
RHB Straßberg und Meisdorf. Die ökonomischen bzw.
ökologischen Parameter stellen hier ein Optimum dar."

Die zuletzt genannte
Behauptung musste vom LHW bereits öffentlich zurückgenommen
werden!
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Es ist eine landläufige
Meinung, daß die Naturschützer alles verhindern. - Sie haben
und konnten nichts verhindern; sie haben aber alternative
Vorschläge gemacht.
Ein Gericht wird zwar in der Regel auf
Grund einer Klage tätig, entscheidet dann aber nach geltendem
Recht. Und wenn mit einem Planungsvorhaben wie hier
Naturschutzrecht massiv verletzt wird, ist so zu
entscheiden. |
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Die Bürgerinitiative übergab dem Minister die gegen den
Damm gesammelten Unterschriften. |
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Die Unterschriften
übergaben wir dem Minister
Dr. Hermann Onko Aeikens
am 28. Oktober 2009.
In dem Gespräch mit dem
Minister am 18. November konnten wir unsere Argumente
vorbringen.
Der Minister meinte, zu den in Kürze anlaufenden
Planfeststellungsverfahren für die Hochwasserrückhaltebecken
könne man Vertrauen haben.
Er rechnet aber damit, daß nach
deren Abschluß seitens der Naturschutzverbände dagegen
geklagt werden wird. |
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